Inhalte der theoretischen Ausbildung

Modernes Lernen schafft Bezüge: zu realen Praxissituationen, zu eigenen Erfahrungen und Erlebnissen, zum Lernenden selbst. Thematische Vernetzung statt Aufteilung nach Fächern ermöglicht ganzheitliches, praxisnahes Lernen. In jahrelanger Arbeit haben wir unser eigenes Curriculum für das PBZ entwickelt, das wir fortlaufend weiterentwickeln.

Das Unterrichtsangebot am PBZ ist strukturiert in zwölf Lernfelder, die in ihrer Gesamtheit das Aufgaben- und Handlungsspektrum von beruflich Pflegenden abbilden.

Übersicht über die Lernfelder der Pflegeausbildung am PBZ

  1. Den Menschen als Individuum und Teil von Gemeinschaften verstehen
  2. Berufliches Selbstverständnis entwickeln und zur Weiterentwicklung des Pflegeberufs beitragen
  3. Gesundheit entwickeln und fördern
  4. Die Pflegebeziehung als Gestaltungsaufgabe wahrnehmen
  5. Pflegehandeln an Lebenslauf und Entwicklung orientieren
  6. Pflege prozessorientiert gestalten
  7. In Pflegesituationen Lebensqualität erhalten und fördern
  8. In Pflegesituationen beraten, anleiten und schulen
  9. Krankheitsprozesse verstehen und kranke Menschen pflegerisch unterstützen
  10. Bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen mitwirken und eigenverantwortlich handeln
  11. In schwierigen und belastenden Situationen und Notfällen handeln
  12. Die Pflege im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit, Qualität und Recht

Mit jedem Lernfeld sind Handlungen aus dem pflegerischen Alltag verbunden, die für den Unterricht zu thematischen Einheiten (Lernsituationen, Module, Epochen) zusammengefasst werden. Zum Beispiel:

Lernfeld III – Gesundheit entwickeln und fördern

  1. Einen gesunden Lebensstil entwickeln
  2. Gesundheitsförderung in der Pflege
  3. Gesundheitsrisiken erkennen und präventiv handeln
  4. Körperpflege und kleiden gestalten
  5. Essen und Trinken gesundheitsförderlich gestalten
  6. Menschen beim Ausscheiden unterstützen
  7. Sich und andere Menschen bewegen
  8. Die Atmung von Menschen unterstützen
  9. Erholsamen Schlaf fördern
  10. Hygiene als Wissenschaft der Gesunderhaltung

Lernfeld V – Pflegehandeln an Lebenslauf und Entwicklung orientieren

  1. Menschen im Alter entwicklungsförderlich pflegen
  2. Kinder und Jugendliche entwicklungsförderlich pflegen
  3. Menschen mit Behinderung pflegen und unterstützten
  4. Menschen mit eingeschränkten Sinnesleistungen pflegen
  5. Menschen in besonderen sozialen Lebenslagen pflegen und unterstützen
  6. Schwangere, Neugeborene und Wöchnerinnen pflegen
  7. Frauen und Männer pflegen

Im Mittelpunkt des Unterrichts stehen also pflegerische Handlungen, die zu bewältigen sind. Das dazu notwendige Fachwissen aus den klassischen Fächern (Pflege, Anatomie/Physiologie, Krankheitslehre, Hygiene, Arzneimittellehre, Rechtskunde, etc.) vernetzen wir themenorientiert zum Erwerb von pflegerischer Handlungskompetenz. Der Unterricht folgt der Frage: „Welches Wissen benötigen Pflegende, um in der jeweiligen Situation handeln zu können?“ Häufig werden konkrete Fallgeschichten aus dem pflegerischen Alltag integriert.

Die Lernsituation LS III.5 Essen und Trinken gesundheitsförderlich gestalten umfasst 30 Unterrichtsstunden. Der Unterricht beinhaltet ein breites Themenspektrum und wird methodisch abwechslungsreich gestaltet:

  • Einführung in die Lernsituation
  • Ausstellung: Was isst die Welt?
  • Bedeutung der Ernährung
  • Selbstreflexion, Einzelarbeit: Auseinandersetzung mit der eigenen Esskultur
  • Unterrichtsgespräch: Einflussfaktoren auf die Esskultur/auf Essen und Trinken
  • Selbsterfahrung beim gegenseitigen Essen reichen
  • Partnerarbeit zu den Leitgedanken der Pflegewissenschaft in Bezug auf das Essen reichen
  • Lehrervortrag zu Anatomie und Physiologie der Verdauungs- und Stoffwechselorgane
  • Selbstorganisiertes Lernen zur Ernährungslehre, Anwendungsfragen
  • Lehrervortrag zu den Themen Beobachtung des Ernährungszustands und Flüssigkeitshaushalts, Kalorienbedarf und Flüssigkeitsberechnung, Lebensmittelrecht
  • Gruppenarbeit: Ernährung im Lebenslauf (Kind mit Adipositas, Mangelernährung im Alter, Ernährung bei Schichtarbeit, Ernährungsumstellung beim Säugling)
  • Lehrervortrag: Expertenstandard Ernährungsmanagement
  • Gesundheit, Krankheit und Ernährung – Bedeutung spezieller Diätetik
  • Ergebnissicherung, Auswertung der Lernsituation
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